ISBN 978-3-03777-109-9
192 Seiten
2012
Format 15.5 x 22.5 cm

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Wisch und weg!

Sans-Papiers-Hausarbeiterinnen zwischen Prekarität und Selbstbestimmung

Alex Knoll, Sarah Schilliger, Bea Schwager

Mit Hoffnungen und Wünschen verlassen sie ihr Herkunftsland um sich die Grundlage für eine bessere Zukunft zu schaffen. Hier erwartet sie ein Alltag, der geprägt ist vom irregulären Aufenthalt, von Prekarität in allen Arbeits- und Lebensbereichen und von der Notwendigkeit, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Die Rede ist von den rund 8000 Sans-Papiers, die im Kanton Zürich in schätzungsweise jedem siebzehnten Privathaushalt meist stundenweise als Hausarbeiterinnen beschäftigt sind. Mit Reinigungsarbeiten halten sie Wohnungen in Schuss und durch Betagtenpflege und Kinderbetreuung tragen sie einen beträchtlichen Teil zur gesellschaftlichen Reproduktionsarbeit bei. Sie leben marginalisiert, aber dennoch inmitten der Gesellschaft. Ihre Angst, verhaftet und ins Herkunftsland zurückgeschickt zu werden ist omnipräsent. Dieses Buch bietet einen Einblick in ihren Alltag und lässt Frauen zu Wort kommen, die sonst meist ungehört bleiben. Dabei werden vielfältige Strategien des Widerstands und des Umgangs mit Prekarität sichtbar. Schliesslich formuliert das Buch politische Perspektiven zu irregulärer Migration und zu Care Arbeit in Privathaushalten.

Autoren/Herausgeber

Alex Knoll (1979) studierte Soziologie, Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie Deutsche Sprachwissenschaft an der Universität Zürich und arbeitet seit 2010 als Diplomassistent und Doktorand am Departement Erziehungswissenschaften der Universität Fribourg. Sarah Schilliger (1979) studierte Politik, Soziologie und Philosophie an der Universität Zürich und arbeitet seit 2006 als wissenschaftliche Assistentin und Lehrbeauftragte am Institut für Soziologie an der Universität Basel. Bea Schwager (1961) hat die Sans-Papiers-Anlaufstelle Zürich SPAZ aufgebaut und leitet diese seit 2005. Daneben ist sie Ko-Präsidentin des Vereins für die Rechte illegalisierter Kinder, welche die gesamtschweizerische Kampagne «Kein Kind ist illegal» durchgeführt hat. Zuvor war sie während mehr als 10 Jahren als Ko-Geschäftsleiterin und Projektkoordinatorin in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit tätig.

Rezension

«Das Buch zeichnet sich dadurch aus, dass es die Lebensbedingungen und Belastungen der Sans-Papiers-Hausarbeiterinnen aufzeigt und (sozial-) politisch engagiert auf die Wirkungen der Abschottungs- und Grenzziehungsmechanismen im Kontext globaler Ungleichheiten hinweist.»

Rezension auf socialnet.de von Gerhard Jost (28.08.2013)